Demokratie. Wählen! Nicht schießen!

Das nächste Ausstellungsprojekt beschäftigt sich mit dem Thema Demokratie und wird am 7.6.2024 um 18 Uhr eröffnet.

31 Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit dem Gedicht „Absage“ (1920) von Kurt Tucholsky auseinander.

Wir freuen uns sehr, dass Dr. Martin Böttger, Bürgerrechtler und langjähriger Stadtrat in Zwickau, und Dr. Roland Löffler, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung die Ausstellung eröffnen. Und wir danken Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien, für ihr anerkennendes Grußwort.


Grußwort der Staatsministerin Claudia Roth MdB für das Ausstellungsprojekt „Ausstellung „Demokratie – Wählen! Nicht schießen!“ des Kunstvereins „Freunde Aktueller Kunst“ in Zwickau Vor mehr als 100 Jahren erschien das Gedicht ‚Absage‘ von Kurt Tucholsky. Die Arbeiten in Ihrer Ausstellung „Demokratie – Wählen! Nicht schießen!“ zeigen: Das Gedicht hat nichts von seiner Aktualität verloren. Unsere Demokratie und Kunstfreiheit sind heute wieder in Gefahr. Der Kunstverein ‚Freunde Aktueller Kunst‘ wird seit geraumer Zeit aus rechtsradikalen Kreisen angegriffen und bedroht. Diese Angriffe sind auf das Schärfste zu verurteilen und in ihrer Gefahr nicht zu unter-schätzen. Es ist beeindruckend und verdient große Anerkennung und Respekt, dass der Kunstverein sich nicht einschüchtern lässt, mit Ausstellungsprojekten wie diesem aktiv am politischen und zivilgesellschaftlichen Diskurs teilnimmt und so ein starkes Zeichen für die Wahrung unserer Demokratie setzt. Vielen Dank dafür! Als Kulturstaatsministerin stehe ich fest an der Seite aller Engagierten, die sich für unsere Kultur der Demokratie und gegen Gewalt, Hetze und Ausgrenzung einsetzen.


Die letzten Jahre haben unseren Kunstverein – die Freunde Aktueller Kunst – in Zwickau konfrontiert mit antidemokratischen Angriffen und Bedrohungen von rechts außen. Seit vielen Jahren beziehen die Freunde Aktueller Kunst immer wieder mit Ausstellungen und Veranstaltungen politisch Stellung, nicht nur um sich zu wehren, sondern auch aufgrund eines Verantwortungsgefühls gegenüber einer liberalen, demokratischen Gesellschaft. Mit Ausstellungen u.a. von Klaus Staeck, Henrike Naumann, Yvon Chabrowski oder Hans Haacke haben wir in den letzten Jahren mit künstlerisch hochkarätigen Projekten „Flagge gezeigt“.

2024 finden u.a. auch in Sachsen wegentscheidende Kommunal- und Landtagswahlen am 9.6. und am 1.9. 2024 statt. Beginn und Ende der Ausstellung sind so festgelegt, daß beide Wahltermine innerhalb der Ausstellungsdauer liegen und es Zeit gibt für themenbezogene Veranstaltungen. Es geht dabei ganz grundlegend um den sicheren Erhalt unserer funktionierenden Demokratie. Hierfür und gegen die Diskreditierung demokratischer Werte und Errungenschaften möchte unser Kunstverein Stellung beziehen. Es geht also um einiges mehr als wiederkehrende Anfechtungen von Rechtsaußen, sondern um deren Gefährdungen unserer Demokratie.

Zeit also für eine weitere politische Ausstellung, für die wir 31 Künstlerinnen und Künstler eingeladen haben, die sich hauptsächlich oder immer wieder mit Sprache, Text und Wörtern beschäftigen. Der Schriftsteller und Publizist Kurt Tucholsky (1890 - 1935) war einer der kritischen Wegbegleiter der Weimarer Republik und veröffentlichte 1920 das Gedicht „Absage“ zum Thema Demokratie, dessen Einsichten bis heute Bestand haben und nun hier zum Gegenstand der Ausstellung werden.


Zum Gedicht und seine künstlerische Aufarbeitung

Tucholskys Gedicht ist über 100 Jahre alt und scheint doch voll aktueller und sogar dramatischer Bezüge zu unserer politischen, gesellschaftlichen Gegenwart zu stecken. Sinn und Ziel der Ausstellung ist es, eine visuelle Lesart des Gedichts herzustellen. Jede Arbeit soll sich mit einem Wort oder einer Begriffskette des Gedichts auseinandersetzen, entweder indem der konkrete Begriff künstlerisch verarbeitet wird oder indem eine Arbeit entsteht, die sich zwar direkt auf ein Wort oder eine kurze Sentenz bezieht, diese aber ganz frei interpretiert und auf den eigenen künstlerischen Begriff bringt.
Interessant dürfte also sein, wie und mit welchen Medien eine interpretatorische Nähe (oder Ferne) zu den Vorgaben des Gedichts umgesetzt wird, welches subjektive Textverständnis der Künstlerinnen und Künstler eine mehr oder weniger offene politische Lesart ermöglicht. Nicht nur der Leser und Literaturfreund wird angesprochen, sondern auch ein eingeübter Begleiter zeitgenössischer Kunst. Auf jeden Fall gehen in unserer Ausstellung Kunst, Literatur und Politik eine einzigartige Verbindung ein, die in unseren virulenten Zeiten Impulse für eine tolerant geführte Diskussion bereitstellen kann.
Wenn letzten Endes um die 30 Arbeiten entstehen, sollen diese in der Reihenfolge der im Gedicht vorkommenden Begriffe an der Wand oder davor platziert werden, so daß man gewissermaßen das Gedicht im Gehen ablesen kann. Das Projekt ist dabei offen für jede künstlerische Technik.

Mitgliedschaft und Support

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